utopia – 1: unbeschwert?

Diese Unbeschwertheit. Lachen. Aber es war doch eigentlich gar nicht lustig. Warum lachte sie? Sie konnte sich nicht erinnern. Sie war frei und leicht. Oder einfach leer? Sie konnte es nicht sagen.

Wie lange schon dachte sie über solche Dinge nach? Noch nicht sehr lange? Es hatte ungefähr da angefangen, wo plötzlich diese seltsamen Sachen passiert sind. Was war das noch einmal gewesen. Sie versuchte sich zu konzentrieren. Aber die Stimmen ihrer Friends lenkten sie ab.

Eine von ihnen hatte einen violetten Schmetterling gesehen. Eine andere hatte niesen müssen. Ein Friend war müde. Einer hatte gestern einen Apfel gegessen. Eine hatte ein Kaninchen geliked, weil es durchs Gras hoppelte. Einer kannte eine, die nannte sich Clara. Einer hatte gesmilet. Eine hatte einen Sirup unter dem Baum getrunken. Einer hatte einen Kuchen gegessen. Einer war spazieren. Einer war an einem Aussichtspunkt. Eine hatte ein blaues T-Shirt.

Was für seltsamen Sachen waren es gewesen? Sie versuchte wirklich sich zu konzentrieren. Da war etwas aufgetaucht. Plötzlich hatte sie es in den Händen. Sie hatte so etwas noch nie gesehen. Man konnte es aufklappen. Kannte sie so etwas nicht? Da waren dann ganz viele Zeichen. Zeichen, die sie noch nie gesehen hatte. Oder doch? Sie konnte sie nicht deuten. Ob sie überhaupt etwas bedeuteten? Später tauchten Zeichen überall auf: Im Himmel, geformt mit Wolken. An einer Mauer, mit roten Früchten in einem Baum. Es waren weniger Zeichen, die dann auftauchten. Drei: Ein gezacktes, ein rundes, ein rundliches, das aber eine Öffnung hatte und irgendwie schien es noch verziert zu sein. Sie verstand die Zeichen nicht. Aber sie tauchten immer wieder auf. Immer in derselben Formation. Und mittlerweile glaubte sie, dass sie etwas bedeuteten.

Sie wollte die Friends fragen, ob sie die Zeichen auch sehen konnten und ob vielleicht jemand von ihnen eine Erklärung hatte. Aber die Friends reagierten nicht auf sie. Niemand schien sie wahrzunehmen. Dafür hatte einer ein Pferd gesehen. Eine war an einem See. Einer wollte ein Eis essen. Einer applaudierte. Eine brauchte neue Schuhe.

Sie lächelte. Sie wusste nicht warum. Sie konnte gar nicht anders. Sie fand es nicht lustig. Aber sie gab sich dem Lächeln hin, weil alles andere zu anstrengend war. Sie beschloss, die Zeichen zu vergessen. Sie sah eine gelbe Blume und teilte dieses Erlebnis mit ihren Friends.

weiter

Immer, wenn ich ein neues Kapitel zum Utopia-Projekt veröffentliche, verschicke ich ein Benachrichtigungsmail. In der Seitenleiste links kann man sich dafür einschreiben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.